Lauras Tagebuch — 3/2005
Woche 10
28.2. - 6.3.2005
28.2. - 6.3.2005
Ich habe die Liebe zu Buchstaben intensiviert und schreibe sehr gerne meinen Namen, aber auch „Oma“ habe ich in mein Schreib-Repertoire aufgenommen. In Zeitungen, Broschüren, Büchern und Texten suche ich immer wieder nach „L’s“ und „A’s“, diese Buchstaben sind mir besonders wichtig.
Diese Woche holt Mama auch Margit vom Kindergarten ab, weil sich Margit den Fuß beim Tennisspielen verletzt hat (Muskelfaserriss). Einmal darf ich mitfahren und in der Gruppe bastle ich mit Margit eine „Gackerhenne“, die mich sehr begeistert.
Papa muss am Samstag arbeiten. Ich spaziere am Vormittag mit Mama im Schnee zu Fuß zum Kandler, um einzukaufen, dort treffen wir Margit, die uns dann zu Rosi-Oma bringt. Dort backen wir alle 3 eine große Geburtstagstorte für Katrin. Das ist eine Freundin von Mama und wir sind zur Feier am Sonntag eingeladen. Ich freue mich schon, weil dort sicher auch viele Kinder zu Gast sind.
Am Sonntag sind Gemeinderatswahlen, natürlich darf ich mit meinen Eltern wieder mitgehen. Das sensationelle Ergebnis in Niederhollabrunn: die ÖVP gewinnt ein Mandat dazu!
Nach der Stimmabgabe fahren wir nach Breitenfurt zur Geburtstagsfeier, die Torte mit an Bord. Katrin wurde mit der Feier und den Gästen überrascht. Es waren viele eingeladen, ich spiele mit den Kindern, mit Moritz habe ich Freundschaft geschlossen.
Ich bin jetzt schon eine richtig große und vor allem bin ich schon „rein“. (Mama meint, dass das eh etwas länger gedauert hat, aber für mich passt das jetzt so!). Ich gehe auf das Topferl und damit basta.
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Kurzurlaub
Woche 11
7.3.-13.3.2005
7.3.-13.3.2005
Montag Nachmittag gehe ich mit Mama in den Kindergarten Niederhollabrunn, um mich dort anzumelden.
Rosi – Omas Auto, der rote Peugeot ist schon sehr alt, diese Woche erzählt sie mir, dass sie ein Neues Auto kaufen muss.
Es ist noch immer sehr winterlich und ziemlich kalt. Wir haben im Garten auch immer noch so viel Schnee, dass ich darin herumstapfen kann. Der Schneemann schmilzt aber schön langsam. Heuer ist wirklich ein ganz langer Winter, sagen meine Eltern.
Wir nutzen aber das gleich aus und fahren Dienstag bis Donnerstag auf den Semmering Schi fahren.
Bevor ich aber vom tollen Hotel und von meinen Schikünsten berichte, muss ich gleich einmal sagen, dass ich diese Urlaubstage ausschließlich aufs Klo gegangen bin. Ich habe also kein Topferl benutzt, sondern, wie die ganz Großen bin ich einfach aufs Klo gegangen, wenn ich „etwas“ gespürt hatte. Mama war total begeistert, weil so gab es auch keine Probleme „am Berg“.
Wir wohnen im Panoramahotel Wagner. Das ist ein supertolles Biohotel mit Möbel von der „Grünen Erde“. Ich fühle mich dort sehr wohl und meine Eltern sind darüber etwas erstaunt. Am Schihang habe ich auch alles im Griff, am 2. Tag feiere ich meine „Schlepp-Lift-Premiere“. Papa lernt mir dieser Tage auch das „Bogerl-Fahren“. Aber auch ganz alleine schwinge ich den Hang hinab. Mama spaziert auf der Piste herum (schnauft dabei ganz ordentlich) und freut sich über meine Fortschritte. Wir fahren auch mit der Gondel bis zum Gipfel. Ich stapfe vergnügt in fast 1 Meter Neuschnee herum.
Donnerstag abend kommen wir wieder nach Hause, brechen aber gleich wieder zur Geburtstagsfeier von Wolfi auf. Der wird am 10. März 33 Jahre alt und wir "3 einhalb" gratulieren natürlich und freuen uns über die Punschtorte.
Am Samstag essen wir Mittag bei Margit und verspeisen Brathenderl, die die beiden Tags zuvor beim „Hendl-Schnapsen“ gewonnen hatten.
Heute muss Günter ins Krankenhaus, Papa begleitet ihn. Es wird dort ganz gut untersucht, weil er anscheinend zuckerkrank ist. Hoffentlich kommt er bald wieder nach Hause!
Diese Woche gehen Omas Renovierungs-Arbeiten in die Endphase. Oma hat schon alles sehr schön geputzt – es glänzen die Böden, Türen und Wände. Papa baut ein „Klo“-Kasterl zusammen, das Oma, Mama und ich Tags zuvor gekauft hatten und montiert die Vorhangstangen in der Küche.
Am Sonntag ist Familienmesse, dann gibt es großes Familien-Mittagessen bei Rosi-Oma. Wir bleiben dann noch zum Kaffee und spielen eine Runde Karten (13-er) mit Helga, Walter, Bertl und Oma.
Neu ist, dass ich ab nun einen Kuschelbären beim Schlafengehen möchte. Dafür verbringe ich die Nächte in meinem Betterl. Alt ist, dass ich zum Frühstück nach wie vor nur kalte Mich trinke. Neu ist, dass ich mir mein Butterbrot selbst streiche und auch die Marmelade selbst verteile, neu ist auch, dass ich Geschirr und Besteck wie die Großen möchte und keine Baby-Schüsserl oder Kinderbesteck (da schneiden die Messer nix). Sehr gerne spiele ich mit den Kasperl-Figuren. Ich liebe es auch, in Rollen zu schlüpfen. Dabei finde ich auch immer etwas passendes für meine Eltern.
Papa erzählt mir auch immer wieder schöne Geschichten, manches mal von Pezi und vom Großvater.
Am Abend koche ich jetzt sehr gerne Vanille-Pudding, den ich dann mit Mama verspeise.
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Woche 12
14.03.-20.03.2005
14.03.-20.03.2005
Montags ist Mama wieder zur Geburtsvorbereitung im Mütterstudio in Tulln. Somit kommt Rosi-Oma etwas früher zu mir, um dann zum Kandler einkaufen zu fahren. Ich essen jetzt total gerne alles, was Vanillegeschmack hat, nicht nur Pudding, sondern auch Joghurt zum Beispiel. Ach ja, ,mein Heisshunger auf Salatgurken ist noch da - am Tag eine ganze Gurke ist nach wie vor kein Problem!
Am Mittwoch hat Dani, Erichs liebe Freundin Geburtstag. Mama schreibt ein SMS und gratuliert auf diese Art und Weise.
Diese Woche bekomme ich gesundheitliche Probleme. Es hat sich eine kleine Infektion in meinen Körper eingeschlichen, die sich negativ auf meine Klo-Gänge auswirkt. Somit verlange ich nach einer Windel, weil sonst alles brennt. Donnerstag muss auch Rosi-Oma zur Untersuchung, weil ihr das Knie weh tut. Mama muss geschäftlich weg und so verbringe ich den Tag bei Jetti Oma (dort treffe ich auch Larissa und Manuela). Bei Rosi-Oma stellt sich ein Meniskus-Riss heraus, bei mir stellt der Arzt am Freitag Vormittag eine kleine Harnwegsinfektion fest und ich muss erstmals ein Antibiotikum einnehmen. Das schmeckt mir anfangs überhaupt nicht, aber (seufz) man gewöhnt sich an allerhand Grauslichkeiten…
Samstag bin ich aber wieder ziemlich fit, wahrscheinlich auch, weil sich das Wetter deutlich gebessert hat. Der Frühling beginnt nicht nur kalendermäßig, sondern es gibt auch spürbar mehr Sonnenstrahlen. Das bewirkt, dass Papa meine Schaukel wieder im Garten aufhängt und die Rutsche aufstellt. Ich nehme den Sandkasten wieder in Betrieb und klettere auf meinem Erdhügel herum (damit hat auch die Waschmaschine wieder mehr zu tun).
An diesem Wochenende ist auch wieder eine Wintercup-Partie, die unsere Mannschaft aber leider sang- und klanglos verliert. Sogar Onki Erich muss seine Partie abgeben! Aber schon am kommenden Osterwochenende soll der Platz bei Rosi-Oma hergerichtet werden, dann kann ich auch wieder in die Tennis-Saison starten!
Sonntag ist Palmsonntag. Mama bindet für uns einen Palmbuschen, der im Garten einen schönen Platz findet. Ich helfe auch eifrig beim Schmücken des Osterstrauches mit.
Auch unsere „Gartenkatze“ kommt uns wieder besuchen. Das ist eine schwarze Katze, die immer zur Terrassentür kommt, um zu sehen, ob es eine Leckerei für sie gibt.
Maulwürfe und Wühlmäuse haben den halben Garten „aufgelockert“. Mama hat mit diesen Aktivitäten überhaupt keine Freude, ich finde die Erdhügelchen recht witzig. Papa schneidet die Obstbäume, damit die Ernte reichlich ausfallen kann.
Ich bin in das „Bastelgeschehen“ eingestiegen: Mit Mama bastle ich Frösche, mit Papa eine Henne, die aus einem Futternapf peckt.
Tja, und wieder ist eine Woche um – huch, wie die Zeit vergeht!
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Woche 13
21.03.-27.03.
21.03.-27.03.
Montag muss Rosi – Oma ins Krankenhaus, um das weitere wegen ihrem Knie zu besprechen. Margit ist ihr Chauffeur. Mama muss wieder nach Tulln und ich bekomme einen „neuen“ Babysitter: Erich und Dani kommen schon zeitig in der Früh (8.15) um mit mir den Großteil des Vormittags zu verbringen. Das ist super! Ich koste die beiden voll aus. Rosi-Oma muss am Knie operiert werden, das wird aber erst nach Ostern sein. Vorher noch kauft sie sich ein neues Auto, weil die Reparaturen am alten Auto zu viel Geld kosten würden. Hoffentlich ist für mich auch noch genug Platz!
Papa kommt Dienstag früh von der Arbeit nach Hause. Weil Mama schon früh außer Haus muss, kommt Margit zu mir und wir basteln und malen in meinem „Atelier“. Den Nachmittag verbringe ich bei Rosi-Oma, schließlich muss ich ihr jetzt bei der Gartenarbeit noch mehr helfen, damit sie zurechtkommt!
Die Karwoche nutzen wir zur Beseitigung der Winterspuren, ich mache meine Fahrzeuge frühlingsfit und drehe mit dem Fahrrad und dem Roller bei Oma meine Runden. Am Karfreitag bringt mich Mama Vormittag zu Margit. Dort montiert Wolfi gerade die Oster-Girlande auf das Vordach. Ich kümmere mich um die Hennen und unterstütze Margit bei der Hausarbeit. Dann halten wir Nachschau, weil wir eine Motorsäge hören. Da wird gerade Rosi-Omas Pappel umgeschnitten, wir kommen gerade recht, als sie fällt – und – mit der Spitze auf das Dach des Nachbarns! Das hat mich schon etwas durcheinander gebracht.
Mama kommt zum Mittagessen (Erdäpferl mit Topfenkäs) und bringt mir Schuhe für Anabell mit (die habe ich mir sehnlichst gewünscht!). Dann kümmern sich Mama und Margit um die Zimmerpflanzen, ich schaue mir die Geschichten vom kleinen Rabe Socke an. Papa hat bis Samstag Dienst.
Der Ostersamstag beginnt aufregend, weil Mama und ich gleich nach dem Frühstück einen Teig anrühren, um ein großes Osternesterl zu backen und dann fahren wir zum Tennisplatz. Der wird heute auch für die Saison vorbereitet. Wir treffen einige Helfer. Ich bin immer mitten im Geschehen und kommentiere alles. Mein Hauserl wird wieder auf seinen Platz getragen und so kann ich wieder super spielen. Auch die Sandkiste nehme ich in Betrieb. Das Wetter ist so super, sodass wir das Mittagessen im Freien am großen, runden Tisch einnehmen.
Am Abend kommen Wolfi, Margit, Erich und Rosi-Oma zur Osterjause, die Mama toll vorbereitet hat. Unser Kuchen ist sehr gut geworden. Den Ostersonntag verbringen wir traditionell – Vormittag „Nesterlsuchen“, Mittags Fondueessen bei Oma. Weil ich so eine tüchtige Laura bin, hat mir der Osterhase sehr viele Geschenke gebracht: Magnetbuchstaben, Geleise für meine Holz-Eisenbahn, ein Malbuch und bei Rosi-Oma einen riesengroßen Traktor zum Treten. Dann bekomme ich noch ein Pipi-Langstrumpf – Bettgewand für mich und Kleidung für Anabell von Margit, ein lustiges Ballspiel von Erich und Nesterl von Helga und Walter (mit einer Bärenfrau) und Jetti-Oma. Jetzt biegt sich meine Naschlade! — Seitenanfang |